Impressionen vom Seniorenrat Bad Windsheim e.V.
von Frank Lauer
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Georg Wilhelm Steller
ein Windsheimer Forscher und Humanist – geb. 10.03.1709
Ein Vortrag von Rainer Volkert bei Bildung für alle am 08.04.2026.
Wer war Steller?
Er war der erste der mit seiner Forschung Europa, Asien und Amerika verband und die Verwandtschaft dieser Völker erkannte. Sein Glück war, dass er sozial gesichert aufwachsen konnte (Augustin von Keget war sein Taufpate).
Im Alter von fünf Jahren trat er in die Lateinschule ein.
Dort hatte er die Fächer Religion, Latein, Griechisch, Mathematik und Physik und zwar 40 Stunden in der Woche. Später hat er im Alumneum als Chorknabe in einer Unterkunft unter dem Dachboden gewohnt. Er hat früh gelernt Hitze und Kälte auszuhalten und sein Durchhaltevermögen zu entwickeln. Als Klassenbester und einem Stipendium begann er 1729 sein Theologiestudium. 1731 ging er nach Halle. Dort schrieb er sich zusätzlich für die Fächer Ethik, Anatomie, Zoologie ein und verlor sein Stipendium. Trotz aller Entbehrungen schloss er sein Studium als Mediziner ab. Er reiste mit einem russischen Krankentransport nach Sankt Petersburg. Dort traf er auf Behring und heiratete eine geborene Messerschmidt. 1737 reiste er mit seiner Frau nach Moskau und ohne sie weiter über den Ural weiter nach Osten. Er überstand Temperauramplituden von 80°C. Damals galt die Devise „der Zar ist weit, schaut wie ihr zurechtkommt“. In Irkutsk und am Baikalsee hat er sehr viele Pflanzen gezeichnet und sich aus dem fernen China Papier geholt. Später reiste er mit Behring auf den Schiffen Sankt Peter und Sankt Paul an den Aleuten vorbei . Sie strandeten an einer Insel, holten sich dort Wasser und fuhren auf Drängen von Behring wieder zurück. Steller sagte: „10 Jahre Vorbereitung um Wasser aus Alaska zu holen“. Leider war das Wasser nicht sauber, die Mannschaften der Schiffe wurden immer schwächer, litten an Skorbut, ca. die Hälfte der Männer verstarb. Nach dem Tod von Behring kümmerte sich Steller mit Kräutern und der Jagdbeute um die verbliebene Mannschaft. Er baute mit der Mannschaft eine Schaluppe. Auf der Weiterfahrt zur Halbinsel Kamtschatka entdeckte er die acht Tonnen schwere Steller´sche Seekuh am Behringsee. Später beschrieb er den Seeadler, den Seelöwen und den Seeotter. Er hat Bücher über Kamtschatka geschrieben und ganz detailliert über das Leben der Itelmenen berichtet. Er beschrieb die Geographie, Fauna und Flora, Heilkräuter und Insekten. Das Seelenheil der Itelmenen war ihm sehr wichtig, trotz ihrer Vielgötterei hat er ihnen von seiner Religion erzählt. Eine Aussage der Itelmenen war: “Was wollen wir im Paradies oder in der Hölle, da sind auch die Jakuten“. Er starb am 23.11.1746 in Tjumen am Fieber, 4500 Km von seiner Heimat entfernt. Im Andenken an Steller gibt es in Bad Windheim auf Initiative von Rainer Volkert vieles zu entdecken.
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Eigentlich muss sich jeder in seinem Leben einmal mit dieser Frage befassen: „Wer vertritt mich, wenn ich mich selbst nicht mehr äußern kann?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der jüngsten Veranstaltung des Seniorenrats Bad Windsheim in der Reihe „Bildung für alle“ im Rathaus-Sitzungssaal. Die Referentin Catja Schülein (Bild), Leiterin des Betreuungsvereins der Lebenshilfe, kam mit der Beantwortung der nächsten Frage auch gleich zum Thema: „Welche Regelungen kann ich treffen?“
Am 1. Januar 2024 wurde der Betreuungsverein gegründet. Vier Mitarbeiterinnen übernehmen Betreuungen, schulen und unterstützen ehrenamtliche rechtliche Betreuer/innen und beraten über Möglichkeiten der Vorsorge und betreuungsrechtliche Fragen.
Wenn jemand nicht mehr „geschäftsfähig“ ist, tauchen viele Fragen auf: Wer kümmert sich um meine Finanzen, erledigt meine Behörden-, Renten- und Versicherungsangelegenheiten oder sucht mir einen Heimplatz oder Pflegedienst? Wie werde ich ärztlich versorgt, wer entscheidet für mich bei Operationen und kümmert sich um meine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse? Ausführlich erläuterte Catja Schülein, was man mit einer Vorsorgevollmacht, einer Betreuungsverfügung oder einer Patientenverfügung alles rechtlich abgesichert festlegen kann. „Wichtig dabei ist, dass man Vertrauen zur Person hat, die einen künftig vertritt.“ Eine Regelung sei zwar formfrei möglich, für sinnvoll erachtete die Referentin allerdings eine öffentliche Beglaubigung beispielsweise bei der Betreuungsbehörden oder eine notarielle Beurkundung.
Catja Schülein nahm sich die Zeit, viele Fragen aus dem interessierten Publikum zu beantworten. Am Schluss appellierte Seniorenrats-Vorsitzende Erika Reichert an alle Zuhörerinnen und Zuhörer: „Bitte, kümmern sie sich!“
Text und Foto: Frank Lauer
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Wie kann sich der Seniorenrat Bad Windsheim in die Landesgartenschau 2027 einbringen? Vorstandsmitglieder besuchten jetzt Mitglieder des Organisationsteams in deren Geschäftsstelle in der Erkenbrechtallee. Angelika Seefried (zuständig für Veranstaltungen) und Julia Kolb (Ehrenamt und Tourismus) diskutierten mit den beiden Vorsitzenden Erika Reichert und Siegfried Heger sowie Hannelore Dipping und Frank Lauer (Beisitzer) darüber, wie Veranstaltungen des Seniorenrats (Seniorentag im KKC, Bildung für alle, Lesungen von Seniorenrats-Mitgliedern, die Buchautoren sind) ins LGS-Programm integriert werden können. Angedacht ist unter anderem auch die Begleitung von auswärtigen Seniorengruppen auf dem LGS-Gelände und der Einsatz von Seniorenrats-Mitgliedern als Hilfskräfte. Zahlreiche organisatorische Themen wurden besprochen. All das wird auch Thema in der Hauptversammlung sein, die am 14. April (10 Uhr) im Rathaus-Sitzungssaal stattfinden wird.
Text: Frank Lauer
Foto: Privat